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Hilfseinsatz in Kitokolo  Februar 2020

Grund der Reise:  

  • Besuch des Entwicklungsprojektes Kitokolo in Uganda
  • Besichtigung und Kontrolle des Projektes
  • Erfüllung des Vereinszweckes

Termin:           

25.02.2020-11.03.2020

Teilnehmer:

Vereinsmitglieder: Barbara Siebert, Bernd Schettler, Heidi Schettler und Angela Oppelt, Philipp Oppelt

Anreise:

Aus Grünbach, Adorf, Carlsfeld und Magdeburg, ab Flughafen Berlin Tegel Abflug 11.35 Uhr mit Fluggesellschaft Türkish Airlines: Zwischenlandung in Istanbul, Ankunft in Entebbe 3.55 Uhr, Übernachtung in Kampala: in „Charlies Haus“

Hilfsgüter:

Im Rahmen unseres Reisgepäckes konnten wir folgende Hilfsgüter mitnehmen:

Decken, Bettwäsche, Handtücher, Schreibmaterial, Kleidung für Männer, Frauen und Kinder verschiedener Altersklassen, Babysachen, Schuhe, Spielsachen, Süßigkeiten, Medikamente, Instrumente/ Geräte für Zahnbehandlungen (Spende einer Zahnärztin aus Greiz), Hygieneartikel, Patengeschenke, 7 Laptops (Spende „Labdoo“) etc.

Unterbringung: In Kitokolo wohnten wir im „Marquardt-Gästehaus“ und im „Child Haven“
 

Projektbesuch:

1.Einkauf

Es wurden Hilfsgüter in Kampala, Mityana und Bukuja eingekauft u.a.:

200 Päckchen Waffeln

200 Päckchen Milch

25   Pack Sojamehl

200 kg Zucker

2     Kartons Seife

1     Karton Salz

Die Dinge wurden an Patenkindern, Schulen, Kinderheim und bedürftige Familien im Dorf ausgegeben.

2. Kinder- und Jugendtag

Der erste Kinder- und Jugendtag mit dem Titel“ One Day Youth Retreat in Kitokolo-Church in Uganda“ fand an einem Samstag statt. Alle Kinder und Jugendliche ab 10 Jahre der Gemeinde waren eingeladen. Es kamen ca. 500 Teilnehmer. Der Tag wurde vom AMALI e.V. finanziell unterstützt.

Auf dem Programm standen Anbetung und Lobpreis, Gebet, Verkündigung von Gottes Wort, Zeugnisse, Gruppendiskussionen und gemeinsames Essen.

Der Missionstag wurde von der Kitokolo- Kirchenleitung organisiert. Dazu wurden drei externe Referenten eingeladen. Es war ein segensreicher Tag und es besteht der Wunsch diesen einmal jährlich im Februar abzuhalten.

3. Kirchgemeinde

Am Sonntag fanden in der Kirche 2 Gottesdienste nacheinander statt. Zu jedem Gottesdienst war die Kirche voll. Parallel findet die Sonntagsschule für Kinder im Speisesaal statt. Die Gemeinde plant eine neue, größere Kirche zu errichten, wo alle Gottesdienstbesucher Platz finden. Besonders viele Jugendliche und Lehrer von den Projektschulen nehmen jeden Sonntag am Gottesdienst teil. Und die Zahl wächst weiter. Die ersten Baumaterialien wurden bereits angeliefert. Die Bauarbeiten sollen bald starten und schrittweise durchgeführt werden. Man ist noch dabei, verschiedene Angebote von Baufirmen einzuholen.

4. Tag für unterernährte Kinder

Am 2.März 2020 ist dieser Tag angesetzt. Er findet im 14tägischen Rhythmus statt. Um 9 Uhr soll es losgehen, da sieht man erst nur die Schwester, welche die Feuerstellen vorbereitet. Nach und nach kommen Frauen mit Kindern auf dem Rücken und an der Hand, sowie etwas Gepäck, meist nur in ein Stück Stoff (wie ein Sack) gewickelt, teilweise von sehr weit hergelaufen. Die meisten Frauen sind vermutlich die Großmütter der Kinder. Es ist hier oft so, dass die Kinder den Großeltern, die nur selten noch zu zweit sind, überlassen werden, da die Mütter aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage sind sich zu kümmern.

Einen großen Karton mit Sojamilchpulver und einige kleine Plüschtiere nehme ich mit zum Platz. Darüber wird richtig gejubelt und die Frauen freuen sich fast mehr über die Plüschtiere, als die Kinder, die schüchtern und zurückhaltender sind, manche haben richtig Angst vor Weißen.

Wir sitzen im Freien auf Holzbänken im Schatten. Die Kleinen sitzen oder liegen meistens auf Decken.

Der Krankenpfleger und die Schwester fangen vor den Frauen und einem älteren Mann, an zu sprechen. Es geht um die Hygiene, gesundheitliche Probleme bei Säuglingen und um entsprechende altersgerechte Ernährung.

Es sind 14 Frauen, ein Mann und jeweils ein bis drei kleine Kinder. Sie hören gespannt zu. Einige Kinder sind apathisch und sitzen nur ruhig da. Das ist nicht normal für ein gesundes afrikanisches Kind, denn sie müssen von klein auf mithelfen und weit laufen und strotzen meistens vor Energie. Andere sind für ihr Alter viel zu klein, fast wie kleinwüchsig. Dicke Wasserbäuche, die auf Würmer hinweisen sind nicht dabei, die wurden schon behandelt.

Der Pfleger geht dann gleich weiter. Er und noch eine Schwester müssen in der Krankenstation den Betrieb am Laufen halten. Hier sitzen stets Leute im Wartebereich.

Die Schwester kocht gemeinsam mit den Frauen ein gehaltvolles Sojamilchpulver, welches mit etwas Margarine zu einer cremigen Suppe verarbeitet wird. Dazu gibt es ein Gebäckstück, eine kleine Banane und ein  gekochtes Ei.

Das ist ein Frühstück, welches sich nur wenige leisten können, da bleibt nichts übrig. Inzwischen sind es 40 Leute geworden.

Weiterhin stehen auf den drei Feuerstellen, zweimal Bohnen (einmal direkt für Kleinkinder), Matoke (Kochbananen), Soße mit kleinen getrockneten Fischen und Wasser mit Kräutern (Tee). Gewürzt wird mit Salz, Zwiebeln, Tomaten und vielen Kräutern. Das gibt es dann zum Mittagessen und man staunt, welch große Mengen alle essen können.

Mehrere Wasserkanister, Spülmittel und Schüsseln stehen zum Händewaschen und Geschirr abwaschen bereit und es wird auch von der Schwester immer wieder erklärt, wie wichtig dies ist und was besonders bei Babys zu beachten ist, um Krankheiten zu vermeiden. Danach legen sich einige auf die Wiese zum Ruhen, andere unterhalten sich ganz angeregt.  

Eine Frau wirkt sehr krank und ihre Tochter kümmert sich total gut um das einjährige Kind, welches aber jünger aussieht. Auf meine Frage, ob sie nicht auch in die Schule gehen müsste, finde ich heraus, dass sie mit ihren acht Jahren die Älteste von 7 Kindern ist und die Geschwister versorgen muss. Die Mutter war mit dem achten Kind schwanger. Das Kind starb im Mutterleib und wurde herausoperiert. Dass größere Kinder ihre kleinen Geschwister versorgen, ist hier ganz normal, wie viel Verantwortung und Leistung manchen Kindern zugemutet wird. …in Deutschland undenkbar.

Beim Aufräumen packen fast alle mit an. Nach und nach machen sich alle auf den Heimweg. Die kranke Frau wird mit ihren beiden Kindern mit einem Boda Boda (Motorrad) nach Hause gefahren. In Uganda ist es ein normales Bild, wenn die ganze Familie auf einem Boda Boda sitzt, plus Gepäck.

Für die Leute, die an diesem Tag teilgenommen haben, war es wie ein Festtag, so viel Essen und nicht arbeiten müssen, denn um für die Familie zu kochen, muss man erst etwas vom Feld holen und bearbeiten, zwischendurch Neues anbauen usw. Die Frauen haben den ganzen Tag zu tun und sind dazu meistens allein auf sich gestellt.

Es war ein gelungener Tag für alle. (von Barbara Siebert)

5. Patenkinder

Es wurden die Patenkinder in den Schulen (Primary School und Vocational Institut) im Kitokoloprojekt, und in den weiterführenden Schulen (Secondary School) in Bukuja und in Kiryokya besucht.

Viele Jugendliche haben ihre Ausbildung beendet und konnten ins Berufsleben entlassen werden. Andere haben die Grundschule absolviert und besuchen nun eine weiterführende Schule oder eine Berufsschule.

Bei einigen wenigen Kindern müssen noch verschiedene Dinge abgeklärt werden. Verschiedene Kinder wurden zu Hause besucht, um das familiäre Umfeld und ihre Lebensumstände genauer kennenzulernen.

Es wurden viele neue Kinder ins Patenkinderprogramm aufgenommen.

6.  Internate- Boarding Section

Im Projekt gibt es vier Internate:

  • für die Jungen in der Grundschule
  • für die Mädchen in der Grundschule
  • für die Jungen in der Berufsschule
  • für die Mädchen in der Berufsschule
  1. Jungeninternat Grundschule (Primary boys boarding section):

Das Jungshostel wurde 2018/ 2019 für 42 Jungs errichtet. Das Hostel wird von einem Lehrer betreut und ist gut organisiert und gepflegt. Durch die wachsende Schülerzahl ist die Kapazität jedoch schon ausgeschöpft.

Teilweise schlafen schon jetzt 2 Kinder in einem Bett. Es sollte noch ein zweites Gebäude mit 42 Plätzen gebaut werden.

  • Mädcheninternat Grundschule (Primary girls boarding section):

Eine ähnliche Situation besteht im Mädchenhostel. Hier werden dringend neue Betten benötigt. Für die Zukunft wäre die Planung eines neuen Mädchenhostels auf dem Gelände der Grundschule sinnvoll. Aufgrund der Nähe zum Jungshostel müsste dieses jedoch eingezäunt werden. Auch hier sollten ca. 84 Plätze angestrebt werden.

  • Jungeninternat Berufsschule (Vocational Institut boys boarding section):

Für die Jungen der Berufsschule stehen zwei ausreichend große Schlafräume zur Verfügung. Jedoch fehlen Betten. Viele Schüler schlafen auf dem Boden. Aktuell sind 40 Jungen im Internat, Tendenz steigend. Für mindestens zehn stehen keine Betten zur Verfügung.

  • Mädcheninternat Berufsschule (Voc. Institut girls boarding section):

Auch das Mädcheninternat für die Berufsschülerinnen ist überfüllt. 67 Mädchen sind 3 Räumen untergebracht. Einige schlafen zu zweit in einem Bett.  Eine Erweiterung des Internates sollte durch einen  seitlichen Anbau erfolgen.

Als Sofortmaßnahmen werden 19 Stahlbetten gekauft.

7. Vocational Institut

Das Vocatinal Institut wurde 2018/2019 umfangreich erweitert. Es ist ein attraktiver Campus entstanden, der den Schülern sehr gute Lernverhältnisse bietet. Aktuell lernen hier 156 Schüler in folgenden Kursen: Schneiderei, Friseur/ Cosmetik, Maurer, Mechaniker, Landwirtschaft.

Für die Wartung der Nähmaschinen wurde eine Spende übergeben.

8. Maismühle

Die Maismühle wird von der Bevölkerung angenommen und arbeitet kostendeckend. Besonders nach der Erntezeit ist sie gut ausgelastet.

9. Kizibawo Grundschule

Die Qualität der Grundschule hat sich im letzten Jahr bedeutend verbessert. Die Schülerzahl ist wieder ansteigend.

Es ist der Wunsch für die Schulspeisung Zucker zu verwenden. Dieser soll in den Frühstücksbrei verarbeitet werde. Deshalb wird sich das Schulgeld wie folgt erhöhen:

Baby-P4: 10.000 UGX/Term

P5- Voc.  20.000 UGX/Term

Künftig werden noch mindestens 4 Klassenzimmer benötigt.

10. Child Haven / Kinderheim

Das Kinderheim ist voll belegt. Die Kinder werden hier sehr gut betreut. Für den Sozialarbeiter Ben wurde vor ca. einem halben Jahr Sarah eingestellt. Sie arbeitet zur Hälfte für das Kinderheim und zur Hälfte in der Administration.

Es soll jedoch wieder ein Sozialarbeiter (in) angestellt werden.

Aus Sonderspenden werden für jedes Kind Regenjacken angeschafft.

11. Krankenstation

Besonders hilfreich und nützlich ist die Unterstützung von Medikamenten für die Dorfbevölkerung. Hierfür werden bedeutend mehr Gelder benötigt um den Bedarf abzudecken. Ebenso sollen dieses Jahr wieder Zahnarztbehandlungen durchgeführt werden. Zu diesem Zweck wurden Spenden für medizinisches Gerät übergeben.

12. Baumprojekt

Im Rahmen des Projektes wurden vor Ort ca. 200 Bäume gekauft, darunter verschiedene Arten von Mangobäumen, Orangenbäume und Musizibäume (Holz- und Schattenspender). Zum Einen wurden die Bäume auf dem Gelände des Projekts gepflanzt, zum anderen rund um das Kinderheim Child Haven und weitere Bäume wurden an drei Schulen in der nahen Umgebung gespendet.

Sämtliche Bäume auf dem Projekt und in der Nähe des Kinderheimes wurden mit Hilfe der sieben Berufsschüler der Agriculture Class und deren Lehrer zusammen gepflanzt. Am Tag vorher wurde festgelegt, wo die Bäume gepflanzt werden sollen und die Pflanzlöcher wurden vorbereitet. Die Mango-, Orangen- und Musizibäume wurden dann vorbereitet, gewässert und über das gesamte Areal verteilt in die Löcher gepflanzt. Mehrere Kinder des Projektes verfolgten die Arbeiten begeistert. Auch wir fünf Besucher aus Deutschland und Annette pflanzten fleißig mit. Die frisch gesetzten Bäume wurden noch gewässert, im Bereich von Child Haven mit Hilfe des dort angelegten Brunnens. Danach wurden sie mit Stroh abgedeckt, um die jungen Bäume vor der Sonne zu schützen. Die Obstbäume sollen zukünftig von Schülern und Lehrern gepflegt werden um sie anschließend ernten zu können.

Die drei Schulen nahmen die gespendeten Bäume freudig und sehr dankbar entgegen. Zusammen mit den Schulleitern wurden sie in die bereits vorbereiteten Löcher zusammen gepflanzt. Dass zwei Besucher aus Deutschland beim Pflanzen mit halfen wurde von den Kindern begeistert verfolgt.

Weiterhin wurden ca. 50 Moringabaumsamen gesät. Zusammen mit der Agriculture class wurde im schuleigenen Garten ein Anzuchtbeet vorbereitet. Der Lehrer demonstrierte, wie man mit Hilfe eines Stocks die richtigen Abstände abmisst und die Schüler setzten die von uns vorbereiteten Samen in das Beet. Es wurde gewässert und die Samen ebenfalls mit Stroh abgedeckt, um sie vor der Sonne zu schützen. Die Samen wurden mit sehr viel Freude angenommen und das gemeinsame Pflanzen mit den Besuchern aus Deutschland sehr geschätzt. Die Klasse übernimmt die Pflege der Samen, die inzwischen zu kleinen Pflanzen gewachsen sind. Der Moringabaum ist vielseitig verwendbar und soll vom Projekt genutzt werden.

Außerdem wurde ein Workshop angeboten. Dazu wurden Lehrer aus umliegenden Schulen eingeladen, was auch dankbar angenommen wurde und ca. 30 Leute versammelten sich in einem Raum der Berufsschule. Der erste Vortrag wurde von Angela Oppelt über den Wald allgemein sowie die Nachteile der Abholzung und die Vorteile der Aufforstung gehalten. Der Lehrer der Agriculture class hielt anschließend einen Vortrag über Obstbäume, deren Anbau und Pflege. In einer Pause wurde sehr lebhaft diskutiert und die gespendeten soft drinks genossen. Abschließend hielt Angela noch einen Vortrag über die vielen Verwendungsmöglichkeiten des Moringabaums. Die Anwesenden kennen den Baum zwar, aber nutzen ihn nicht und sind überrascht, dass man sowohl Blüten, Samen, Blätter und auch Wurzeln als Nahrungsmittel verwenden kann. Ein Lehrer brachte sogar extra einen Moringazweig mit, der von allen begutachtet wurde. Es wurde noch fröhlich diskutiert und der Workshop insgesamt sehr positiv aufgenommen. Für weitere Workshops sprachen sich die anwesenden Lehrer und auch Schüler sehr aus. (von Angela Oppelt))

13. Laptopprojekt

Es wurden sieben neue von Labdoo gespendete Laptops aus Deutschland mit zum Projekt genommen. Vor Ort wurden die bereits gespendeten 45 Laptops geprüft und nicht mehr funktionsfähige aussortiert. Insgesamt waren alle 45 Laptops vorhanden und nur 7 davon nicht mehr funktionsfähig. Diese sieben Laptops wurden wieder mit nach Deutschland genommen und werden an Labdoo zurückgeschickt. Die vorhandenen Laptops sind den Umständen entsprechend gut gepflegt und werden dankbar genutzt, allerdings wurde häufig Microsoft Windows als Betriebssystem installiert obwohl dies ausdrücklich nicht erlaubt ist, da die Firma Labdoo nur Linux installiert. Der verantwortliche Lehrer und Annette wurden darüber informiert.

Das Laptopzimmer wird sehr genutzt, ist allerdings mittlerweile zu klein und ein zweites Laptopzimmer wäre wünschenswert. (von Philipp Oppelt)

14. Kontrolle Mittelverwendung

Es wurden die in 2019 an HONU übergebenen Geldzuwendungen geprüft.

Anwesend waren: die Buchhalterin Justin und Heidi Schettler

Die Prüfung fand stichprobeartig statt.

Die Bücher wurden alle nachvollziehbar geführt und zu allen Fragen wurde eine qualifizierte Antwort gegeben bzw. alle Fragen konnten geklärt werden.

Die Prüfung hat keine Beanstandungen ergeben.